Österreich ist ein Land der Spender:innen: 79 Prozent der Bevölkerung gaben laut Spendenbericht 2025 an, im Jahr 2024 gespendet zu haben – ein historischer Höchststand. Insgesamt kamen 1,07 Milliarden Euro zusammen.
Doch Großspenden spielen bislang eine vergleichsweise geringe Rolle: Nur rund zwei Prozent der Spenden übersteigen laut Fundraising Verband Austria 1.000 Euro. Dabei verfügt Österreich über beträchtliches privates Vermögen und damit über großes philanthropisches Potenzial.
Warum wird dieses bislang so wenig genutzt? Eine Erklärung liegt in der Geschichte: Mit dem Ausbau des österreichischen Wohlfahrtsstaates wurden soziale Sicherung, Gesundheit und Bildung zunehmend als staatliche Aufgaben verstanden. Privates Vermögen gezielt für gesellschaftliche Anliegen einzusetzen, entwickelte sich daher weniger stark als in anderen Ländern.
Heute verändert sich die Ausgangslage. Steigende Kosten, wirtschaftliche Unsicherheit und knapper werdende öffentliche Mittel erhöhen den Finanzierungsdruck auf gemeinnützige Organisationen.
Die Herausforderung besteht deshalb darin, die starke österreichische Spendenkultur um eine ebenso starke Kultur strategischer Philanthropie zu ergänzen. Großspenden können dabei eine zusätzliche Säule der Gemeinwohlfinanzierung bilden – nicht als Ersatz staatlicher Verantwortung, sondern als Ergänzung.