Impulsvortrag des Hamburger Fundraising-Experten Andreas Schiemenz auf unserem Philanthropy-Forum
Am 24. September 2026 fand unser erstes Event unter dem Motto „Mehr Großspenden. Mehr Wirkung.“ statt. Über 30 Gäste von den unterschiedlichsten Non-Profit-Organisationen kamen bei uns in Wien zusammen. Gemeinsam haben wir diskutiert, wie eine stärkere Kultur der Philanthropie in Österreich entstehen kann und wie Organisationen sich strategisch darauf vorbereiten können.
Wir danken Andreas Schiemenz von neues stiften für seine inspirierende und aufrüttelnde Key Note, deren wichtigste Gedanken er für unsere Leser:innen noch einmal zusammengefasst hat.
Viel Vermögen. Viel Potenzial?
Österreich verfügt über beträchtliches privates Vermögen; es leben hier 196.000 Millionäre und 52 Milliardäre. Das Vermögen der 100 reichsten Österreicher beträgt rund 212 Milliarden Euro (Capgemini/2025, trend. Magazin/2026). Dem gegenüber steht ein Spendenmarkt, der stagniert. Während die Zahl vermögender Menschen wächst, geraten gemeinnützige Organisationen zunehmend unter finanziellen Druck: Staatliche Mittel werden reduziert, der Wettbewerb um private Spenden nimmt zu und Unternehmensspenden gehen zurück.
Das Philanthropie-Dilemma
Warum schlägt sich das wachsende Vermögen bislang nicht stärker in Großspenden nieder? Dafür gibt es fünf wesentliche Gründe: Zwischen vermögenden Menschen und NGOs besteht häufig eine große Distanz. Gleichzeitig hält sich die Erwartung, dass der Staat gesellschaftliche Aufgaben finanzieren müsse. Hinzu kommt, dass sowohl Vermögende als auch gemeinnützige Organisationen größere Zuwendungen häufig rechtfertigen müssen. Viele Spendenaufrufe konzentrieren sich zudem auf einzelne Projekte, statt Teilhabe, gemeinsame Verantwortung und langfristige Partnerschaften anzubieten. Und schließlich fehlen gerade in Österreich sichtbare philanthropische Vorbilder und eine ausgeprägte Kultur des Gebens.
Vermögen und Kompetenz zusammenbringen
Die zentrale Botschaft der Keynote: Es braucht eine stärkere Verbindung zwischen privatem Vermögen und der Umsetzungskompetenz gemeinnütziger Organisationen. Denn philanthropisches Engagement kann mehr sein als die Finanzierung einzelner Projekte. Es bietet die Chance, gesellschaftliche Verantwortung gemeinsam zu übernehmen und nachhaltige Wirkung zu ermöglichen.
Vielen Dank, lieber Andreas Schiemenz, für die wertvollen Impulse und danke allen Gästen für ihr Interesse.
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